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Arten von Anzugfutter: Cupro, Viskose, Seide und Polyester im Vergleich

2026-07-01
Branchennachrichten

Arten von Anzugfutter : Warum der Stoff im Inneren genauso wichtig ist wie die Wolle außen

Der Außenstoff eines Anzugs zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich, aber das Futter ist das, was tatsächlich den ganzen Tag lang die Haut berührt, und es erfüllt drei praktische Aufgaben: Es ermöglicht ein reibungsloses An- und Ausziehen der Jacke, leitet Feuchtigkeit und Wärme am Körper ab und verbirgt und schützt die Innenkonstruktion – Nähte, Stoff, Schulterpolster –, die der Jacke ihre Form verleiht. Die Kombination einer atmungsaktiven Wollhülle mit einem nicht atmungsaktiven Futter macht den Zweck der Wolle weitgehend zunichte, da das Futter direkt auf der Haut sitzt und steuert, wie viel Feuchtigkeit und Wärme tatsächlich entweichen kann.

Cupro (Bemberg): Der Stoff, den die meisten Schneider verwenden

Cupro, am häufigsten unter dem Markennamen Bemberg verkauft, ist eine halbsynthetische Faser aus Baumwoll-Linter und das Material, aus dem die meisten hochwertigen Anzugfutter hergestellt werden. Seine Fasern sind einheitlich rund und haben nicht die flacheren, unregelmäßigeren Formen, die man bei Baumwolle, Seide oder Polyester findet, was Cupro einen ungewöhnlich niedrigen Reibungskoeffizienten verleiht – das ist es, was dafür sorgt, dass eine mit Bemberg gefütterte Jacke so leicht gleitet, anstatt an einem Hemd zu hängen. Dank derselben kristallinen Faserstruktur können Luft und Feuchtigkeit auch bei dichter Webart durch den Stoff strömen, sodass Cupro auf eine Weise Atmungsaktivität mit einem glatten, seidigen Griff kombiniert, wie es nur wenige andere Futterstoffe erreichen. Der Kompromiss sind die Kosten: Cupro liegt am Premium-Ende der Futterpreisspanne.

Polyester Plain Lining Fabric

Viskose und Rayon: Der praktische Mittelweg

Viskose (auch Viskose genannt oder unter dem Markennamen Ermazine verkauft) ist eine halbsynthetische Faser, die aus Holzzellstoff anstelle von Baumwolle hergestellt wird und die häufigste Alternative zu Cupro in Anzügen mittlerer Preisklasse ist. Es weist einen Großteil des seidigen Faltenwurfs und der glatten Haptik von Cupro auf, ist jedoch deutlich günstiger und verfügt über eine gute Atmungsaktivität und Saugfähigkeit. Allerdings ist es nicht ganz so haltbar und kann mit der Zeit anfälliger für Schrumpfung oder Faltenbildung sein. Für Hersteller und Schneider, die Kosten und Komfort in Einklang bringen, ist Viskose oft der praktische Kompromiss zwischen der erstklassigen Leistung von Cupro und der preisgünstigen Haltbarkeit von Polyester.

Polyester, Seide und andere Optionen

Futtertyp Atmungsaktivität Haltbarkeit Typische Preisstufe
Cupro (Bemberg) Ausgezeichnet Hoch Premium
Viskose/Viskose Gut Mäßig Mittelklasse
Seide Gut Niedrig Premium (spezielle Verwendung)
Acetat Fair Mäßig Budget bis Mittelklasse
Polyester Niedrig Hoch Budget

Vergleich gängiger Anzugfutterstoffe nach Atmungsaktivität, Haltbarkeit und typischer Preisklasse.

Polyester ist das Standardfutter für handelsübliche, preisgünstige Anzüge: Es ist erschwinglich, knitterfrei und hält wiederholtem Tragen und maschineller Reinigung gut stand, aber aufgrund seiner geringen Feuchtigkeits- und Wärmeübertragung speichert es die Wärme weitaus stärker am Körper als die natürlichen oder halbsynthetischen Alternativen. Seide bietet echten Luxus und Faltenwurf, ist aber als Futterstoff vergleichsweise fragil – trotz des höheren Preises nutzt es sich schneller ab als Cupro, was die Empfehlung von seriösen Schneidern für die gesamte Innenausstattung einer Jacke einschränkt. Acetat wird häufig als kostengünstige Seidenoptik verwendet und bietet einen ähnlichen Glanz zu einem Bruchteil des Preises, ist jedoch nicht so atmungsaktiv wie echte Seide oder Cupro.

Passendes Futter zum Kleidungstyp und zur Jahreszeit

  • Anzugjacken und -hosen: Viskose, Cupro oder Bemberg sind die Standardauswahl, während Seide für besondere oder anlassbezogene Stücke reserviert ist
  • Sommeranzüge und Bettwäsche: oft ungefüttert oder halbgefüttert, um die Atmungsaktivität bei heißem Wetter zu maximieren
  • Wintermäntel: Schwerere Futterstoffe wie Fleece, Steppstoff oder Sherpa werden gezielt für zusätzliche Wärme und nicht für die Feuchtigkeitsregulierung verwendet
  • Allgemeine Faustregel: Leichtere Außenstoffe erfordern ein verhältnismäßig leichteres Futter, um zu vermeiden, dass das Futter den Faltenwurf des Kleidungsstücks überragt